Weihnachten früher und heute – ein kritischer Blick

Nun ist der November schon wieder vorbei. Es ist immer wieder faszinierend und erschreckend zugleich, wie schnell so ein Jahr vorrüber geht.

Die Weihnachtszeit steht kurz bevor. Ich liebe diese besinnliche Zeit in ihrer Ursprünglichkeit. Doch in den letzten Jahren hat sich das Weihnachtsfest immer mehr verändert und spiegelt zunehmend unsere heutige Gesellschaft wieder. Es ist zu einem Konsumrausch geworden, zu einem zusätzlichen Stressfaktor in unserer eh schon hektischen Zeit.

Ich möchte Euch mit meinem heutigen Beitrag mitnehmen auf eine kleine Reise in die Vergangenheit. Ich finde es wichtig, dass wir uns wieder an das eigentliche Weihnachtsfest erinnern und diese Tradition an unsere Kinder weitergeben, damit es auch in Zukunft ein Fest der Liebe bleibt.

Zunächst einmal, warum feiern
wir eigentlich Weihnachten?

Die Tradition liegt in der christlichen Religion begründet. Von uns Erwachsenen weiß noch jeder, dass es um die „Heilige Nacht“, um die Geburt des Jesuskindes geht. Fragt man jedoch Kinder, wissen viele von ihnen das nicht mehr, und antworten einfach „Na weil da der Weihnachtsmann kommt!“ Ich selbst gehöre keiner Religion an aber dennoch macht mich diese Antwort traurig. Niemand von uns kann genau sagen, wieviel Wahres an der Weihnachtsgeschichte ist. Doch sie beinhaltet Liebe und Hoffnung für alle Menschen. Sollte nicht dies auch die wahre Bestimmung des Weihnachtsfestes sein? Ich wünsche mir sehr, dass diese Geschichte auch an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird und so für alle Zeiten erhalten bleibt.

Gehen wir weiter zum 
Thema Weihnachtsmärkte.

Hier finde ich, sieht man sehr deutlich, die Veränderung der letzten Jahre. Riesige, hell erleuchtete und vor allem laute Märkte. Schnelle Fahrgeschäfte mit lauter Disco Weihnachtsmusik drängen sich dicht an dicht an verschiedene Stände, an denen Händler ihre Leckereien und Waren anbieten. Und das alles im Überfluss. Zu allem Übel drängen sich tausende Menschen zwischen den engen Gassen. Wenn man an einem Stand etwas genauer betrachten möchte, braucht es oft richtigen Körpereinsatz alla „Ellenbogengesellschaft“, um überhaupt in die Nähe des auserwählten Gegenstandes zu kommen. Dazwischen laufen dann noch Mütter mit Kinderwagen, Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern oder Pfleger mit ihren im Rollstuhl sitzenden Patienten rum. Wie nervig … oder? Doch schuld sind einzig und allein wir selbst. Wir fahren kilometerweit, um sagen zu können, dass wir auf dem größten und schönsten Weihnachstmarkt waren. Und am Ende sind wir nur gefrustet und genervt und unser Geldbeutel hat auch ganz schön gelitten. Warum also tun wir uns das Jahr für Jahr an? Ich gehöre auch zu den Menschen, die Weihnachtsmärkte lieben. Jedoch habe ich für mich erkannt, dass es besonders die kleinen Märkte in der Nähe sind, die genau das erfüllen, was so einen Weihnachtsmarkt besonders macht. Kleine Buden mit Leckereien oder handgefertigten Waren örtlicher Händler, dazwischen ein Kinderkarussell und eine kleine Bühne, auf denen Kinder ihre Programme mit großen Kulleraugen vorführen. Man rempelt sich nicht genervt an …  im Gegenteil … sehr oft kommt man mit den Menschen dort ins Gespräch. Man trifft alte Bekannte oder lernt neue kennen. Die Gesichter der Menschen lächeln einem zu und man lächelt glücklich zurück. Hier bewahrheitet sich einmal mehr der Spruch „Warum in die Ferne streifen, wenn das Gute liegt so nah“

Ich hab den 
Schönsten/Besten/Größten/Teuersten ...

… ja was denn? Na z.B. die schönste Weihnachtsdekoration, den schönsten Adventskalender, die besten Weihnachtsplätzchen, den größten Tannenbaum und die teuersten Geschenke. So oder so ähnlich stellen sich viele ihr perfektes Weihnachten vor. Da erleuchten Lichter die Vorgärten heller als eine Landebahn am Fugplatz und das Blinken lässt einen glauben, man stünde in Hollywood inmitten der Paparazzis. Im Haus geht es dann weiter mit Figuren und Lichterketten und ein blechernd klingendes „Jingle Bells“ erklingt aus irgendeinem Dekoartikel. Doch braucht es das alles wirklich? Erwärmt nicht eine Kerze auf dem Tisch die Seele viel mehr als ein blinkender LED Lichterschlauch?

Auch Adventskalender dienen schon lange nicht mehr nur dem Zweck Kindern die Vorweihnachtszeit zu versüßen. Nein es sind inzwischen eigene Geschenke geworden, die die Spielzeugsammlung der Kinder vergrößern, dem Papa verschiedene Biersorten der Welt präsentieren und für die Frau Nagellacke, Schmuck, Tee, Parfüm etc. verbergen. Kurzum für jeden ist etwas dabei. Doch ist es nicht in Wahrheit so, dass die Dinge darin auch nur wieder ein Staubfänger mehr sind. Braucht man wirklich 24 verschiedene Nagellacke, Parfüms oder Spielfiguren? Für mich bedeutet ein Adventskalender, dass meine Kinder jeden Morgen aufstehen und sich freuen ein Türchen zu öffnen. Es geht gar nicht so sehr darum was da drin ist. Schon Kleinigkeiten wie ein selbstgebackenes Plätzchen, Nüsse oder ein Stück Schokolade lassen ein Kinderherz höher schlagen. Auch kleine Gutscheine, wie ein Besuch auf dem Adventsmarkt oder ein gemeinsamer Spieleabend kommen immer gut an. Die Zeit und die Liebe, die in einen selbst gebastelten Kalender fließt, ist doch tausendmal mehr wert, als der zehnte Ring aus dem Schmuckkalender, oder?

Genauso ist es mit den Geschenken. Es braucht nicht immer das neuste Handy, die schnellste Konsole oder der Markenrasierer sein. Viel wichtiger ist doch, dass die Geschenke von Herzen kommen. Eine selbstgemachte Kerze, Seife oder ein Kuchen im Glas. Eine kleine Aufmerksamkeit sagt oft mehr als tausend Worte. Unsere Kinder wachsen heute in einer Welt auf, in der die Dinge ihren Wert verloren haben. Ich weiß noch genau, als Kind hatte ich eine Lieblingspuppe. Es war so eine mit weichem Körper und Kopf und Gliedmaßen waren aus so einem gummiartigem Material. Ich habe diese Puppe geliebt. Doch durch das viele Spielen hatte sie mit der Zeit sehr gelitten. Kurz vor Weihnachten war dann plötzlich meine Puppe verschwunden. Kennt das noch jemand von Euch? Natürlich war sie nicht weg. Meine Mama hatte sie zu einem Puppendoktor gebracht und dann lag sie repariert und mit selbstgestrickter neuer Kleidung unterm Weihnachtsbaum. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich damals gefreut habe. Alles andere was da noch so unterm Baum lag, war zur Nebensache geworden. Ich hatte nur noch Augen für meine geliebte Puppe. Und genau diese Wertschätzung gegenüber den Dingen, erlebt man bei den heutigen Kindern nicht mehr. Die Spielwarenhäuser sind voll und immer wieder gibt es neue Dinge, die noch besser sind als die alten. Die Industrie macht das natürlich nicht ohne Hintergedanken, schließlich formt sie damit die kaufwilligen Kunden von morgen.

Es ist schwer, und ich spreche da aus eigener Erfahrung, seine Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Dingen zu erziehen. Natürlich wollen sie mithalten und vergleichen sich mit ihren Freunden. Man kann nur versuchen ein positives Beispiel zu sein und Ihnen soviel Stärke und Selbstbewusstsein mitzugeben, dass sie sich selbst und andere nicht über materielle Dinge definieren, sondern über die inneren Werte.

Bei den Geschenken für meine Kinder setze ich jedes Jahr ein festes Limit und das kennen auch meine Kinder. Übersteigen die Wünsche dieses Limit, beteiligen sie sich bei den fehlenden Kosten. Sie bekommen beide Taschengeld und wissen, dass es eine Weile dauert, bis man sich größere Wünsche erfüllen kann.

Weihnachtszeit ... besinnliche Zeit ...

Von Besinnlichkeit ist heute nicht mehr viel zu spüren. Die Menschen hetzen durch die Einkaufscentren, das Haus muss dekoriert werden und irgendwie versucht die Mutter noch nebenbei einen großen Berg Plätzchen zu backen. Im Fernsehen laufen an den Weihnachtsabenden Actionfilme und sogar Horrofilme. Kein Wunder also, wenn die Besinnlichkeit auf der Strecke bleibt und der Weihnachtsgedanke nach und nach verschwindet. 

Dabei kann es doch so einfach sein. Wir müssen uns nur wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Die gebackenen Plätzchen müssen nicht perfekt sein. Gemeinsam mit den Kindern gebacken, werden sie sicher nicht den ersten Preis bei einem Wettbewerb gewinnen aber man hat Zeit zusammen verbracht, die sonst häufig viel zu knapp ist. Die Kinder erfahren, dass sie selbst etwas schaffen können und das wir ihnen etwas zutrauen. Das wir nicht erwarten, dass alles immer perfekt sein muss, , sondern dass sie etwas mit ganzem Herzen tun. Das ist doch auch so ein Problem der heutigen Zeit. Jeder erwartet ständig von dir, in allem perfekt zu sein, am meisten du selbst. Aber wir müssen erkennen, niemand ist in allem perfekt. Viel schöner ist es doch, seine eigenen Stärken und die Stärken unserer Mitmenschen zu kennen und diese gemeinsam zu nutzen.

Wir alle sind nur ein kleiner Teil, des großen Ganzen und gerade zur Weihnachtszeit, sollten wir den Blick einmal schweifen lassen und dankbar sein.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine 

Schöne und besinnliche Weihnachtszeit im Kreise Eurer Lieben 👼🎅👼

Blumige Grüße Eure Manuela 🐝

1 Kommentar zu „Weihnachten früher und heute – ein kritischer Blick“

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